Rhöner Gradierbrand

Hintergrund:

Die Idee, einen Brand herzustellen, der dem Whisky im Geschmack sehr nahe kommt, entstand beim 1. Rhöner Wandertag in Münnerstadt im Jahre 2010 fast beiläufig bei einem Gespräch zwischen mehreren Kleinbrennern, dem Geschäftsführer der Tourismus GmbH Bayerische Rhön, Michael Pfaff, und Vertretern der Dachmarke Rhön. Dabei ging es darum, wie man das Bäderland Bayerische Rhön und die Bäder in der hessichen und thüringischen Rhön mit der Kunst des Brennens zusammenführen könnte. Und dabei spielen die Gradierwerke und Eichenfässer eine besondere Rolle. Von der Lagerung des Fasses in der salzigen Luft der Gradierwerke versprechen sich die Beteiligten eine geschmackliche Veredelung des Brandes, angelehnt an die Produktionsweise der schottischen Whiskeys, der in der salzigen Seeluft gelagert wird.

Die Brenner in der Dachmarke Rhön, die sich zur Rhöner Kleinbrennerkooperation zusammen geschlossen haben, beschlossen damals, daraus ein Projekt unter der Federführung der Dachmarke Rhön zu machen. Der Ausgangsbrand, der inzwischen regelmäßig in den Gradierwerken in Bad Königshofen und in Bad Salzungen zum "Rhöner Gradierbrand" veredelt wird, wechselt sich nicht nur in der Sorte ab, sondern kommt auch jeweils von verschiedenen Brennern. Nach 1-2 Jahren Lagerung wird der Brand abgefüllt und auf Trinkstärke (38 % Alkoholgehalt) eingestellt. Die Salzsole hat in der Zwischenzeit ihr Bestes gegeben. Im Brand hat eine deutlich wahrnehmbare Mineralisierung stattgefunden, so dass er nun eine goldgelbe Färbung hat, sowie nach Eiche und dem jeweiligen Ausgangsrohstoff schmeckt. Aber auch das Salz kann man wahrnehmen.

Um den "Rhöner Gradierbrand" mit dem Qualitätssiegel Rhön auszeichnen zu können, müssen verschiedene Kriterien erfüllt sein: alle Zutaten (Getreide oder Obst) müssen aus dem Einzugsgebiet der Dachmarke Rhön stammen und der Brand muss vom Fränkischen Klein- und Obstbrennerverband e.V. mit Sitz in Würzburg eine besondere Qualität bescheinigt bekommen.

Ziele:

  • Verstärkung der öffentlichen Wahrnehmung von regional erzeugten Spezialitäten im Rahmen außergewöhnlicher Kooperationen
  • Veredelung von Rhöner Bränden
  • Förderung der Gemeinschaft unter den Kleinbrennern
  • Gewinnung neuer Mitglieder für die Dachmarke Rhön

Akteure:

  • Kleinbrenner aus der Rhön
  • Touristische Partner in der Rhön
  • Management der Dachmarke Rhön
  • Kurdirektionen der Kurbäder in der Rhön

Stand:

  • Der erste Rhöner Gradierbrand aus Bad Königshofen wurde 2011 mit einer Silbermedaille prämiert
  • In der Zwischenzeit folgten zahlreiche weitere Gradierbrände aus Bad Königshofen und Bad Salzungen
  • Sie können in den Kurverwaltungen und in der Geschäftsstelle der Dachmarke Rhön käuflich erworben werden
Rhöner Gradierbrand